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WebSite von Andrea Neumann und Alexander Mikula

Wir sind künstlerische Fotografen und Digital Artists.

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Making Of: Fliegende Bälle

Alexander Mikula

In unserer aktuellen Ausstellung Unreal Exhibition ist ein Bild das für Spekulationen ob der Herstellung gesorgt hat: Fin du jeu

Fin du jeu_AMI7851-987.jpg

So ein Bild zu machen ist eigentlich nicht schwierig, braucht aber Vorbereitung.

Möglichkeiten, die Bälle zum Fliegen zu bringen

Das Konzept sieht einen Stuhl vor, der auf einem leeren Feld steht und von fliegenden Bällen umgeben ist. Das mit dem Stuhl ist einfach - die Geschichte mit den Bällen nicht so. Einfach sehr viele Bälle in die Luft zu werfen und beim Fallen zu fotografieren ist nicht wirklich eine Lösung - wer hat schon so viele Bälle, sie fallen nicht gleichmäßig und wer kann schon 36 Bälle gleichzeitig in die Luft werfen. Die Bälle von einem Helikopter abzuwerfen (danke für den Vorschlag, Michael) ist, na, auch nicht das Gelbe vom Ei. Die Bälle mit CGI in das Bild zu rendern ist zwar eine Möglichkeit; das realistisch zu machen ist allerdings alles andere als einfach. Was also tun?

Einzelaufnahmen der fliegenden Bälle

Wir haben einfach den Sessel in die Landschaft gestellt, die Kamera auf ein Stativ getan, Funk-Fernauslöser dran und das erste Bild gemacht.

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Und dann haben wir unseren schönen und einzigen Ball geworfen. Immer und immer wieder. Und dabei darauf geachtet, dass wir die Fotos von dem fliegenden Ball so machen das er möglichst immer an einer anderen Stelle ist und auch der Vordergrund und der Hintergrund des Bildes "beworfen" wird. Das gibt mehr Tiefe. Die Geschichte klingt einfacher als sie ist - sich zu merken, wo der Ball schon überall war, ist ebenso eine Herausforderung wie ihn mit der richtigen Geschwindigkeit an die richtige Stelle zu werfen. Das geht eigentlich nur zu zweit. Und, ja, es ist anstrengend. In Summe haben wir ca. hundert Fotos von einem fliegenden Ball.

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Wichtig ist dabei auch das sich die Lichtverhältnisse bei den Aufnahmen möglichst nicht ändern - sonst wird die Montage im Photoshop mühsam.

Fliegende Bälle in Photoshop montieren

Um alle Bälle gleichzeitig im Bild zum Fliegen zu bringen, werden die einzelnen Bilder als Ebenen in Photoshop eingefügt, das Bild ohne Bälle ist die unterste Ebene. Das Ausrichten sollte ganz einfach gehen, deshalb haben wir ja vom Stativ fotografiert: immer die gleiche Perspektive. Da wir von den Bildern mit dem Ball immer nur den Ball selbst brauchen, bekommen die Ball-Ebenen eine völlig schwarze Ebenenmaske - und die Bälle werden mit weiß wieder zurück ins Bild gemalt. Diese Maske muss nicht sehr genau sein - der Hintergrund ist ja korrekt. Deshalb geht das recht schnell; man muss nur aufpassen das sich keine Bälle unlogisch überschneiden. Zum Abschluss bekommt das Bild noch Haptik je nach Geschmack - bei "Fin du jeu" sind das angepasste Kontrastkurven und ein paar maskierte Strukturüberlagerungen samt Toning - und das war's auch schon.

Vorteil dieser Methode

Der Vorteil dieser Methode ist, das man sich über Perspektive und Licht nur einmal den Kopf zerbrechen muss - und zwar vor dem Foto. Deshalb entsteht bei der Montage an dieser Stelle kaum Aufwand. Das gilt auch für die Drehbewegung des Balles und die Bewegungsunschärfe. Einen Ball freistellen und x-mal in das Bild kopieren ist einfach nur mit sehr hohem Aufwand realistisch zu bekommen. Und ich bin doch dafür, dass man fotografisch machen sollte was fotografisch geht - und Photoshop nur dort einsetzt, wo's nicht anders geht oder der Aufwand zu groß wäre.

Der Helikopter wäre aber schon toll gewesen...