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Das Siegerfoto: Eine Betrachtung zu Fotowettbewerben

Alexander Mikula

Jetzt ist es passiert: ich habe ein Bild zu einem Fotowettbewerb eingeschickt und es hat gewonnen. Den ersten Platz sogar. Wie die Mitteilung gekommen ist habe ich mich gefreut. Jetzt wo ich das Heft (Photographie Ausgabe 5/2012) in Händen halte bin ich wirklich stolz. Mehr als eine volle Seite für das Bild, zweimalige Erwähnung meines Namens! Wirklich stolz.

Selbst wenn das kein Sieg bei einem international renommierten Fotopreis war, so ist meine Arbeit doch von einer Jury eines Magazins bewertet worden, das ich für durchaus brauchbar halte. Und ich bin froh mich letztendlich doch noch überwunden zu haben teilzunehmen.

Überwunden? Ja, überwunden. Ich habe meine eigene Meinung zu Wettbewerben, insbesondere "Leser Wettbewerben" habe. Deshalb war das auch mein erster Versuch mitzumachen (naja, der zweite. Der erste war Versuch war vor über zehn Jahren. Die Arbeit hat damals zwar auch einen Preis gemacht, ich rede aber nicht gern darüber. Das Bild fällt eher unter "Jugendsünde").

Deshalb ist es an der Zeit für ein paar retrospektive Erkenntnisse:

  1. Ein Bild zu einem Thema einsenden zu wollen bedeutet Bilder zu diesem Thema in seinem Portfolio suchen zu müssen. Gute Sache. Das eigene Portfolio zu durchforsten und auszumisten ist an sich nicht schlecht - das mit einem gegebenen Thema im Kopf zu tun eröffnet neue Blickwinkel auf die eigene Arbeit.
  2. Sich einem öffentlichen Wettbewerb zu stellen bringt einen selbst zur Frage ob man seine Arbeiten für reif genug hält um öffentlich gezeigt zu werden (wie auch bei Ausstellungen). Das klingt seltsam, wer fotografiert schon ausschließlich für sich und seine nächste Umgebung, aber zumindest bei mir existiert schon eine Hemmschwelle. Immerhin kennt man den Betrachter nicht. Vertrauen zur eigenen Arbeit und Selbstwertgefühl. Ich weiß. Die Frage nach dem Vertrauen in die eigene Arbeit explizit zu stellen ist aber sicher nicht schädlich.
  3. Bei einem Wettbewerb einer Organisation / eines Magazins teilzunehmen, deren bisherige Arbeiten einen nicht ansprechen ist wenig sinnvoll. Erstens will ich meine Arbeiten nicht mitten unter Fotos von Katzen und geknipsten Sonnenuntergängen sehen und zweitens ist die Chance da überhaupt genommen zu werden gering. Das ist nicht der Geschmack des Zielpublikums und am Ende wird auch hier nur ein Markt bedient (ja, ich schließe Kulturorganisationen hier ein). Und diejenigen die gerne Fotos von schönen Blumen sehen werden vermutlich mit abstrakter, konzeptioneller Fotografie nichts anfangen können. Das gilt natürlich auch anders herum. Mein wirklich entzückendes Foto unserer Schildkröte ist wohl eher nicht geeignet bei einem Wettbewerb mitzumachen wo alle anderen der brutalen und tristen Form der zeitgenössischen Fotografie anhängen. Nicht dass ich die nicht mag..
  4. Wenn man wirklich gewinnt, dann ist das schon gut für das Ego. Und wenn sich die Internetgemeinde und der Freundeskreis für einen mit freuen und Respekt zollen, dann ist das umso besser. Und das ist wiederum gut für Punkt 2...

Also los, hin und wieder mal an einem Wettbewerb teilzunehmen tut nicht weh, kostet nichts und hilft vielleicht auf dem eigenen Weg ein Stück weiter. Und Wettbewerbe gibt es wie Sand am Meer. Einfach mal in der weisen Müllhalde (dem Web. Passt doch, oder?) suchen oder gleich einen Feed wie den hier abonnieren.